Mit dieser Seite möchten wir Sie, liebe Kunden, in regelmäßigen Abständen über Technik und Neuheiten aus dem Bereich Modellbahnen informieren. Der bekannte Blogger Martin Meese gibt hier aus jahrzehntelanger Erfahrung Ratschläge und Anregungen zu Neuerscheinungen und Technik aus dem Bereich Modelleisenbahn.
Experten-Tipps von Martin Meese

Welches Gleissystem verwenden?

Beim Aufbau einer Modellbahn stellt sich bisweilen die Frage nach dem Gleis. Wenn wir einmal den Blick auf die großen Hersteller werfen, so erkennen wir, dass es nicht nur ein Gleissystem gibt. Bei allen Herstellern gibt es unterschiedliche Systeme. Bei Märklin sind es aktuell das C Gleis und das K Gleis zwischen dem man beim Neukauf wählen könnte. Daneben gibt es noch das M Gleis, welches vom C Gleis 1996 abgelöst wurde. Das M Gleis ist auf dem Gebrauchtmarkt in großen Mengen verfügbar, auch in allen Zuständen.

Ähnlich wie bei Märklin verhält es sich bei Fleischmann. Fleischmann hatte einst auch zeitweise zwei Systeme zur Auswahl, das sog. Modellgleis mit Messingprofilen und das Profigleis mit Schotterbett.

Beim dritten Anbieter Trix gab es nur ein Gleis für die Express Gemeinde, ein Gleis mit durchgehendem Mittelleiter. Für das sog. International mussten sich die Kunden bei anderen Herstellern bedienen. Inwischen gibt es für Trix auch das Mäklin C Gleis mit Bettung und etwas niedrigerem Schienenprofil. Ebenso ist die Farbe des Schotterbetts heller als bei Märklin.

Der Ende der 70ziger Jahre in Deutschland neu hinzugekommene Anbieter Roco bietet Gleise mit Schotterbett und solche ohne an. Auch das Gleis mit flexibler Bettung ist wieder lieferbar.

Weitere Gleissysteme kommen vom immer stärker auf den Markt drängenden Anbieter Piko. Piko bietet sowohl ein klassisches Schwellengleis ohne Bettung als auch ab diesem Jahr das neue Piko A Bettungsgleis an.

Für alle sog. Zweileiterfahrer ist der Anbieter Peco sicher auch noch interessant, gibt es doch dort Gleise, die auch den anspruchsvolleren Modellbahner erfreuen.

Man sieht, dass es vor allem für den Zweileiterbereich eine Fülle von Gleissystemen am Markt gibt. Es ist schwer zu sagen, mit welchem System man den besten Erfolg haben wird. Aus meiner Sicht ist das von Märklin/ Trix angeboten C Gleis sowohl für den Dreileiter als auch Zweileiterfahrer das beste Gleis wenn es darum geht schnell und einfach eine Anlage zu bauen. Die Gleise haben untereinander eine sehr gute mechanische und elektrische Verbindung. Das C Gleis ist in erster Linie ein Ersatz für das klassische M Gleis gedacht gewesen mit dem Versprechen auch schlankes Weichenmaterial anzubieten. Leider wurde dieses Versprechen nur halbherzig umgesetzt. Einfache schlanke Weichen erschienen relativ bald, schlanke Bogenweichen erst nach mehr als zwei Jahrzehnten, auf die schlanke DKW warten wir bis heute. Ebenso fehlt bisher ein Flexgleis, für das es allerdings schon eine Patentanmeldung gibt. Das C Gleis für Trix ist ebenso nicht komplett. Für das C Gleis sind 5 Radien erhältlich. Rechnet man den Ausgleisbogen (R9) für die schlanken Weichen hinzu, sind es sogar sechs. Damit ist schon viel machbar.

Die Alternative für den Märklinisten wäre also das K Gleis mit auch fünf bzw. sechs Radien und dem Flexgleis. Aber auch hier muss man festhalten, dass wichtige Dinge noch immer fehlen; schlanke Bogenweichen gibt es nicht, auch keine EKW. Manch einer wünscht sich eine Überarbeitung, weil die hohen Schienenprofile nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Aus meiner Sicht kann man das aber durch geschicktes Einschottern einigermaßen kaschieren. 
Dass die ein oder andere Anlage auch heute noch mit M Gleisen gebaut wird, liegt sicher zum einen daran, dass diese Gleise in unvorstellbaren Mengen noch immer im secondhand Handel erhältlich sind. Wer das Rattern und Klappern auf M Gleisen mag, der wird sicher Gefallen daran finden. Das eigentliche M Puko Gleis wie es ab 1956/57 angeboten wurde bietet alle wichtigen Weichenformen. Das Gleis ist relativ unverwüstlich. Es gibt drei Radien. Rechnet man hier das nur kurzzeitig angebotene M Gleis in Modellausführung hinzu, sind es fünf Radien. Das sog. Modellgleis ist aber, wenn überhaupt, nur für viel Geld erhältlich. Es spielt heute praktisch keine Rolle. 
Für den Zweileiterfahrer ist die Entscheidung nach dem richtigen Gleis durchaus schwieriger zu treffen. Das Angebot ist vielfältig. Gleise ohne Bettung müssen eingeschottert werden, wenn man eine einigermaßen glaubwürdige Fahrweggestaltung erreichen möchte. Das lose Verlegen, wie es mit dem Märklin M, K und C Gleis möglich ist entfällt aufgrund fehlender mechanischer Verbindungen bei allen Anbietern, allenfalls beim Piko A Gleis und Roco Geoline ist eine gewisse Stabilität ohne Verschraubung gegeben. Zweileiter Schwellengleise werden in der Regel nur durch die Schienenverbinder an den Profilen gehalten. Diese leiern nach mehrmaligem Gebrauch oftmals aus. Die derzeit angebotenen Bettungsgleise von Roco oder Piko bieten nur ein eingeschränktes Angebot. Schlankes Weichenmaterial fehlt. Mein persönlicher Favorit für den schnellen Aufbau in diesem Bereich wäre das C Gleis von Trix, sofern man mit den derzeitigen Elementen auskommt. Alternativ dazu das ehemalige Fleischmann Profigleis.
Man sieht, dass die eingangs gestellte Frage nicht wirklich zu beantworten ist. Am besten man lässt sich im Fachgeschäft die unterschiedlichen Systeme zeigen. Wer gern Anlagen verändert oder komplett neu baut, der ist sicher mit einem Bettungsgleis auf dem richtigen Weg. Vorbildgerecht eingeschotterte Fahrwege sind kaum mehr abzubauen, ohne dass die Gleise zerstört werden.
Schlussendlich kann man noch fragen, warum bei den heute angebotenen hochdetaillierten Lok- und Wagenmodellen es noch immer kein dazu adäquates Gleissystem von der Stange gibt, obwohl es dazu bereits einmal einen Anlauf dazu gab. Wo sind die Formen des ehemaligen Röwa Gleises geblieben? Warum hat nie ein Anbieter dieses durchdachte und optisch perfekte wirkende Gleis wieder aufgegriffen?
Ich hoffe, dass Text und Bilder hilfreich waren und wünsche viel Erfolg.

Ihr Martin Meese

Hersteller

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