Mit dieser Seite möchten wir Sie, liebe Kunden, in regelmäßigen Abständen über Technik und Neuheiten aus dem Bereich Modellbahnen informieren. Der bekannte Blogger Martin Meese gibt hier aus jahrzehntelanger Erfahrung Ratschläge und Anregungen zu Neuerscheinungen und Technik aus dem Bereich Modelleisenbahn.
Experten-Tipps von Martin Meese

Von Analog zu Digital – Umbau einer klassischen Märklin V60

Seit Mitte der 80ziger Jahre besteht die Möglichkeit eine Modellbahn digital zu steuern. Obwohl die digital gesteuerte Modellbahn damals eine Revolution auslöste, haben sich einige Modellbahner nicht recht mit der neuen Technik anfreunden wollen oder können. Unbekannte Technik, aber auch Kosten mögen dafür der Grund gewesen sein. Auch heute gibt es noch überzeugte Analogbahner, andererseits ist die digitale Fahrzeugsteuerung doch verlockend und man möchte umrüsten. Ist der erste Schritt zur Anschaffung einer Steuerungszentrale gefallen, gibt es in der Regel keinen Schritt zurück.

Der Wunsch die vorhandenen Altfahrzeuge umzurüsten kommt immer auf und man fragt sich ob und wie man das am besten angeht. Setzt man einmal voraus, dass Grundkenntnisse in der Elektrik vorhanden sind und die Handhabung eines Lötkolbens kein unüberwindliches Hindernis darstellt, dann wird meine Anleitung zum Umbau auch gelingen. Am Beispiel einer klassischen Märklin Lok (ex DB V60 3064) möchte ich die Schritte zeigen.

Zunächst entfernt man den Lokaufbau und lötet die vorhandene Verkabelung aus. Das Kabel vom Schleifer lassen wir wie vorgefunden. Motorschild und Feldspule baut man aus. In der Regel sind dazu nur zwei Schrauben zu lösen; bei Drehgestelllokomotiven muss man bisweilen das Motordrehgestell ausbauen. Da man durch Umrüsten sicherlich auch bessere Fahreigenschaften erreichen will, sollte man das komplette Getriebe der Lok reinigen und neu schmieren. Mechanisch muss der Umbaukandidat in Ordnung sein.

Nun öffnet man den Motorumbausatz, hier ein Märklin Motor für den kleinen Scheibenkollektor. Man findet einen Anker, einen Permanentmagneten, Bürsten und Entstördrosseln. Zunächst wird der Magnet in den Getriebeblock gesetzt, dann der Anker mit seiner Welle eingesetzt und als Abschluss das Motorschild angeschraubt. Ist dies geschehen, muss man noch die beiden Bürsten einsetzen und die Federn an den Bürsten anlegen. An dieser Stelle des Umbaus besteht die Möglichkeit den Motor mit einem DC Fahrpult zu testen. Läuft er leicht und rund kann der Einbau des Lokdecoders beginnen 
Keine Angst vor den vielen Kabeln. Um die Lok zu fahren werden nur 4 Kabel benötigt, 2 weitere sind für Licht vorn und hinten erforderlich. Was sonst noch an Kabeln vorhanden ist, ist Luxus für den Anfänger. Man isoliert diese Kabelenden und lässt sie unbenutzt.

An dieser Stelle sei noch angemerkt, dass ich eine Adapterplatine für den Decoder gewählt habe. So ist es möglich den Decoder leicht zu tauschen, sollte er einmal durch einen Sounddecoder ersetzt werden. Der Einbau eines Decoders mit angelöteten Kabeln unterscheidet sich ansonsten nicht. Die Platine liefert ESU und der Decoder ist ebenfalls aus dem Hause ESU. Am Chassis befestigt man den Decoder mit Doppelklebepads. 

Nun die Verdrahtung: Das rote Kabel vom Decoder wird an das vom Schleifer kommende Kabel gelötet (bei Elektroloks an den O/U Umschalter) bzw. man lötete das Schleiferkabel direkt an die Adapterplatine – so habe ich es hier gemacht. Das schwarze Kabel geht zum Chassis, es ist für die Masse zuständig. Dann gibt es noch Grau und Orange für die Anschlüsse des Motors. Weiß für Licht vorn und Gelb für Licht hinten.

Ist alles sauber verlötet, testet man den Umbau. Am besten geschieht dies auf einem Programmiergleis der Zentrale. Werkseitig sind Decoder fast immer auf Adresse 3 eingestellt. Über CV1 kann man diese Adresse auslesen und anschließend ändern – Sinn macht hier die Adresse 60. Funktioniert alles wie erhofft, stellt man sicher, dass beim Aufsetzen des Aufbaus kein Kabel eingequetscht wird. Nun kann man mit der Lok Testfahrten unternehmen. Man wird erstaunt sein, wie diese fast 60 Jahre alte Lok nun fährt. Dass sie umlackiert wurde und bei der MWB Dienst verrichtet, ist wieder eine andere Geschichte.

Nun waren aber noch 3 Kabel vom Decoder übrig. Wofür sind die? Zwei dieser Kabel sind für Zusatzfunktionen vorgesehen. Das könnte eine Maschinenraumbeleuchtung sein oder die beidseitigen Führerstände einer Lok werden mit Licht ausgerüstet, oder aber eine Telexkupplung. Das letzte blaue Kabel ist die sog. Decodermasse. In der Märklinwelt wird diese benutzt um die Beleuchtung im mfx Betrieb vom Flackern zu befreien. Das bedeutet, dass man die Glühlampen nicht mit der Masse gegen das Chassis anschließt, sondern die Rückleitung der Glühlampen an dieses Kabel. Nicht bei allen Fahrzeugen ist dies ohne bastlerisches Geschick möglich. Aber bitte niemals diese Kabel an das Chassis legen! Das führt zum Tod des Decoders.

Ich hoffe, dass Text und Bilder hilfreich waren und wünsche viel Erfolg.

Ihr Martin Meese
Es gibt kaum ein Fahrzeug, das nicht umrüstbar ist. Wer sich dennoch nicht an diese Arbeit traut, der möge sich an unser Personal wenden. Gern rüstet der Lokschuppen für Sie Loks um.

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