Mit dieser Seite möchten wir Sie, liebe Kunden, in regelmäßigen Abständen über Technik und Neuheiten aus dem Bereich Modellbahnen informieren. Der bekannte Blogger Martin Meese gibt hier aus jahrzehntelanger Erfahrung Ratschläge und Anregungen zu Neuerscheinungen und Technik aus dem Bereich Modelleisenbahn.
Experten-Tipps von Martin Meese

39706 Märklin Insidermodell 2020- Ram SBB 502

Nun ist es gelüftet, das Geheimnis um das neue Insidermodell für 2020. Man hat sicher mit vielem gerechnet aber nicht damit, dass es eine Neukonstruktion eines Märklin Klassikers sein würde. Ich persönlich hätte auf einen bisher nicht realisierten Dampfer gesetzt. Es kam aber anders.

Über 2 KG schwer soll der neue Zug werden. Unverkürzt im exaten 1:87 Massstab. Dagegen sind die Vorgängermodelle, die wir Märklinisten seit Mitte der 60ziger Jahre erwerben konnten, Fliegengewichte.

Doch der Reihe nach. Diese Triebzüge wurden beim Vorbild im Jahre 1957 in Dienst gestellt. Die beiden Bahnunternehmen SBB und NS beschafften gemeinsam die 5 Züge für den hochwertigen TEE Einsatz zwischen den Niederlanden und der Schweiz. Drei Triebzüge gehörten unserem westlichen Nachbarn, zwei waren im Eigentum der Schweiz. Alle fünf wurden bei den SBB gewartet. Die vierteiligen Garnituren führten nur die 1. Wagenklasse mit einem Speiseraum im mittleren Wagen. Im Motorwagen gab es ein Dienstabteil und alle Versorgungseinrichtungen für den Zug. Angetrieben wurde er dieselelektrisch. Das war zu jener Zeit sicher eine kostengünstige und auch betriebstechnisch sinnvolle Lösung, da die Strecken, die mit dem Zug befahren wurden nicht alle elektrifiziert waren, mal abgesehen von den ohnehin unterschiedlichen Stromsystemen der durchfahrenen Länder. Zunächst war der Zug von der Schweiz über Frankreich Luxemburg und Belgien in Richtung Amsterdam unterwegs. Auch Paris wurde angefahren. Später, als diese Strecke von Lokzügen und Mehrsystemloks bedient wurde, folgte der Einsatz auch nach Deutschland. Als TEE Bavaria fuhren Garnituren zwischen Zürich und München über die Allgäubahn. Ein schweres Zugunglück bei Aitrang beendete den Einsatz auf der Strecke und es stellte sich bald heraus, dass man in Europa für die einstigen Stars keine Verwendung mehr fand. Es folgte eine Aufarbeitung für den Einsatz in Kanada. Die dortige ONR (Ontario Northland Railroad) hatte die restlichen vier Züge erworben. Dort allerdings war den Depots die Wartung der europäischen Triebköpfe entweder zu kompliziert und/ oder man hatte Probleme wegen der kalten Temperaturen. So wurden die Triebköpfe dann gegen heimische FP 7 Typen getauscht. Nach dem Ende der Einsatzzeit wurde es ruhig um die Stars. Irgendwann wurden die Wagen dann zurück nach Europa geschafft, also die, die noch nicht verschrottet waren. Motorwagen gab es nicht mehr. Man wollte sie privat wieder herrichten und einen passenden Triebkopf suchen oder bauen. Daraus wurde bisher leider nichts, die noch vorhandenen Wagen verrotten leider in den Niederlanden. Ob es jemals zu einer erneuten Aufarbeitung kommt, möchte ich stark bezweifeln. Einen Triebwagenzug zu restaurieren ist eine ganz andere Hausnummer einen Wagen oder eine einzelne Lok anzugehen. Eine Aufarbeitung eines deutschen VT 11.5 gelang leider auch nicht.
Doch nun zum Modell. Hätte man den deutschen Modellbahner Anfang der 60ziger Jahre nach seinem Traummodell gefragt, so wäre die Antwort in Bezug auf Triebwagen sicher fast einstimmig VT11.5 gewesen; der deutsche TEE, der absolute Star der TEE Züge. Bei den großen deutschen Herstellern gab es die Brot- und Butter Loks, den VT 98 und den VT 95 und VT 75, einen Phantasiezug bei Märklin- der legendäre ST 800 mutierte zu einem roten Möchtegern DB Triebwagen, bekannt als 3025. Dieser 3025 war alles andere als vorbildgerecht. Es musste ein Nachfolger her. Was kam? Auch damals, so überraschend wie heute, ein Triebwagen, den in Deutschland sicher kaum jemand auf der Wunschliste hatte- der RAm Zug der Schweizer und Holländer. Bei den NS als DE bezeichnet.

Dieser Zug war damals das teuerste Modell im Programm. Um ihn preiswerter erscheinen zu lassen wurde ein Grundset und dazu ein Ergänzungswagen angeboten. 115,-DM für die dreiteilige Grundeinheit +24,50 DM für den notwendigen 1.Klasse Wagen. Angeboten unter der Nummer 3070 und 4070. Als Käufer erwarb man damit ein wirklich attraktives Modell. Der Zug besaß ab Werk wechselndes weißes und rotes Licht an den Stirnseiten, Innenbeleuchtung und eine Schleiferumschaltung. Das Chassis des Motorwagens war aus Zinkdruckguss, die Unterböden der Wagen aus Blech mit Attrappen der Klimaanlage (?). Alle Aufbauten waren aus Kunststoff, welcher, das sei nicht verschwiegen, sich im Laufe der Zeit etwas verformte. Nicht schön. Angetrieben wurde der Zug durch den großen Flachkollektormotor, eine dreipolige Leitung ging durch den Zug, um die Beleuchtungen zu versorgen und die Stromabnahme auch vom Steuerwagen aus zu ermöglichen. Erwähnung verdienen aber auch die Kupplungen, die den Zug mechanisch hielten. Einmal geschlossen konnten sich die Wagen nicht lösen. Zu den Wagenübergängen würde man heutzutage glatt HIGHLIGHT sagen, schlossen sie doch bündig aneinander. Der Zug bildete eine geschlossene sehr gut wirkende Einheit. So etwas gab es bei anderen bis dato nicht. Der Begriff Kurzkupplung war noch nicht erfunden. Längenmassstab etwa 1:100.
Ob der Zug der Erfolg wurde, den man sich in Göppingen versprochen hatte? Schwer zu sagen. Anfang der 70ziger erschien nämlich eine abgespeckte, preiswertere Version. Die Bedruckung der Aufbauten entfiel fast ganz, die Beleuchtung ebenso wie die silbern lackierten Fensterrahmen. Nur noch zwei Kabel für das Wechsellicht und die Schleiferumschaltung waren vorhanden. Den so abgespeckten Zug erhielt man unter 3071/4071. Teuer war er dennoch. Immerhin hatte man nun das Problem des sich verziehenden Plastikmaterials in den Griff bekommen. Die fehlende Beleuchtung war einfach nachzurüsten- zumindest für den versierten Modellbahner.

Dann im Jahre 1978 eine neue Variante. Es erschien unter 3150; der Northlander, der nach Kanada verkaufte Zug in limitierter Auflage und sehr farbenfroh. 5000 Exemplare. Aber zu dem Zug muß man eine eigene Story schreiben.

Als bei Märklin dann das digitale Zeitalter angebrochen war, legte man wieder eine Variante auf, 3471 eine vierteilige Garnitur in DELTA Version. Nicht nachvollziebar, warum es DELTA sein musste. Dieser Zug war einer aus dem Besitz der NS, der DE 1001. Nun auch mit Inneneinrichtung und wieder vollständig bedruckt. Noch ein paar Jahre später, wir schreiben das Jahr 2002, es war gerade die Hochzeit des 1. Sinus Motor, erschien 39700 als SBB Ram 501. Wieder vierteilig, mit neuen Fenstereinsätzen und wirklich beeindruckenden Fahreigenschaften.

Und nun im Jahre 2019 das neue Modell. Was wird anders sein? Wie anfangs erwähnt wird das Material für Fahrgestelle und Aufbauten überwiegend in Metall sein. Der Antrieb mit Mittelmotor auf vier Achsen, das ist vorbildgerecht. Ausgerüstet mit hoffentlich authentischen Geräuschen und Fahreigenschaften, die dynamisch sind und einem 140km/h fahrenden TEE entsprechen. Zwei Schwungmassen sollten das ermöglichen. Diverse Lichtfunktionen werden schaltbar sein. Dazu gibt es eine 10polige elektrische Kupplung unterhalb der geschlossenen Wagenübergänge.

Dass es von Märklin unter der Marke TRIX bereits einen massstäblichen TEE DE 1001 gab, sei noch am Rande erwähnt; übrigens ein sehr schöner Zug, dem nur die geschlossenen Wagenübergänge fehlten.

Jetzt ordern, bedeutet, dass man ihn voraussichtlich im Sommer 2020 in Betrieb nehmen kann.

Ihr Martin Meese

Hersteller

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